Der Paritätische Niedersachsen

Bildung, Soziale Ungerechtigkeit und Demokratie

In dem Beitrag „Bildung, Soziale Ungerechtigkeit und Demokratie“ beschreibt der Wuppertaler Professor Dr. Sünker den wesentlichen Beitrag des formalisierten, mehrgliedrigen Bildungssystems zur Reproduktion sozialer Ungleichheit und argumentiert, dass die Aufrechterhaltung bestehender Selektivität und mangelnder Durchlässigkeit im Schulsystem nicht im Interesse benachteiligter und ausgegrenzter Kinder, Jugendlicher und Familien sein kann.

Lebenlage Armut

Professor Richard Hauser erläutert anhand von 12 Thesen, was Armutsberichterstattung leisten soll: Ausmaß und Schwere von Armut in Vergangenheit und Gegenwart beschreiben und Entwicklungstendenzen aufzeigen; Armutsursachen auf die Spur kommen; schon begonnene Maßnahmen zur Bekämpfung von Armut darstellen und auf ihren Effekt hin untersuchen; Empfehlungen zur Armutsbekämpfung aussprechen.

Armut ist relativ, aber wirklich

Einen soziologischen Blick auf das Thema Armut und soziale Ausgrenzung wirft Armin Kuphal, der Überlegungen zur Ungerechtigkeit anstellt, die Armut in einem reichen Land darstellt. Gerade die Finanzkrise bzw. der Umgang mit deren Verursachern und Nutznießern schärft das Bewusstsein dafür, dass es neben der Armut bei vielen auch großen Reichtum bei wenigen gibt.

Armut muss berühren

Wer über Armut spricht, der will gesellschaftliche Verhältnisse ändern und politisches Handeln in Gang setzen. Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, stellt Überlegungen dazu an, wie Armutsberichterstattung beschaffen sein muss, damit sie tatsächlich die gesellschaftliche Realität zum Besseren verändert.

Blick zurück nach vorn

Vor 20 Jahren, am 09. November 1989, veröffentlichte der Paritätische Gesamtverband den ersten bundesweiten Armutsbericht mit dem Titel "Wessen wir uns schämen müssen in einem reichen Land" und sorgte damit dafür, dass Politik und Gesellschaft vor Armut und Unterversorgung nicht länger die Augen verschließen konnten. Einer der Mitautoren dieses Armutsberichts, Josef Schädle, zieht jetzt, 20 Jahre später, Bilanz: Armut ist kein Tabu mehr, aber damit ist sie nicht verschwunden.