Paritätischer Wohlfahrtsverband legt Konzept zur Neugestaltung der Regelsätze vor
Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat ein umfassendes Konzept
zur Neugestaltung der Regelsätze für Kinder im Bezug von Hartz IV
vorgelegt. Neben dem Regelsatz für den laufenden Bedarf und dem
Recht auf einmalige Leistungen wie etwa für die Kosten der Einschulung oder ein Kinderfahrrad fordert der Verband insbesondere einen Rechtsanspruch für alle Kinder auf Angebote der Jugendarbeit. Die Zuständigkeit für diese Förderangebote soll bei den Kommunen, nicht bei den Jobcentern liegen.
Sozialkürzungen und Einsparungen im Bereich der Arbeitsmarktförderung haben regionale Auswirkungen
Einen aktuellen Atlas der Sozialkürzungen der Paritätischen Forschungsstelle im Gesamtverband zeigt regionale Auswirkungen des "Sparpakets" der Bundesregierung auf. Das Kürzungspaket der Bundesregierung umfasst als einen wesentlichen Block Kürzungen im Sozialbereich und dort im besonderen das SGB II, Elterngeld und Wohngeld. In den Regionen (Kreise und kreisfreie Städte), in denen hohe Langzeitarbeitslosigkeit und Armut festzustellen sind, wirken sich die avisierten Sozialkürzungen am stärksten aus, wie der beigefügte aktuelle Sozialatlas, erstellt von Rudolf Martens, Leiter der Paritätischen Forschungsstelle, aufzeigt.
Ausgrenzungsprozesse bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen
Der Paritätische Gesamtverband hat sich mit der Lebenssituation von mehrfach benachteiligten Jugendlichen und jungen Erwachsenen befasst und die bestehenden Hilfen nach den Sozialgesetzbüchern II, III und VIII einer kritischen Analyse unterzogen. Wir haben im Ergebnis festgestellt: Die Hilfen müssen dringend verbessert werden, um sozialen Ausgrenzungsprozessen von jungen Menschen entgegenzuwirken und möglichst allen jungen Menschen Teilhabe an Beruf und Gesellschaft zu ermöglichen.
Armut infolge öffentlicher Vernachlässigung
Einen interessanten Zusammenhang zwischen dem Handeln armer Eltern und dem Handeln einer armen öffentlichen Hand hat Armin Kuphal identifiziert: beide stehen in der Gefahr, ihre Kinder zu vernachlässigen. Während die Eltern individuell in der Familie für die Erziehung und Förderung ihrer Kinder zuständig sind, ist die (kommunale) Gemeinschaft durch das Kinder- und Jugendhilfegesetz dazu verpflichtet, dem Recht junger Menschen auf Förderung ihrer Entwicklung und auf Erziehung zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Personen zu entsprechen.
Armutsatlas
Der "Armutsatlas", 2009 verfasst von Rudolf Martens für den Paritätischen Gesamtverband, gibt detailliert darüber Aufschluss, welche Armutsquoten regional vorfindbar sind. Gleichzeitig werden sie in einem übersichtlichen Kartenwerk dargestellt.
Der Armutsbericht ist tot - es lebe die Armutsrechnung
Ernüchtert von der sozialpolitisch geringen Wirkung von Armutsberichterstattung, beschreibt Rudolf Martens die aus seiner Sicht erforderliche "Kostenrechnung der Armut", aus der ablesbar sein sollte, wie sehr öffentliches Haushalte durch Transferzahlungen und fehlende Steuereinnahmen belastet werden, wie gesamtökonomische Kosten durch fehlenden wirtschaftlichen Nutzen von ausgegrenzten Menschen entstehen und wie verheerend sich die persönlichen Kosten (Verlust beruflicher Kompetenzen und sozialer Eingebundenheit, psychosoziale Belastung, sozial bedingte Krankheit) auswirken:
"Das kann mir keiner erzählen, dass man davon leben kann ..."
Eine handlungsorientierte Untersuchung zu Armut und Hartz IV im Raum Osnabrück.
Im Zeitraum von Juli 2008 bis April 2009 haben wir in der Region Osnabrück 92 Personen, die von Arbeitslosengeld II oder Geringeinkommen leben, eingehend zu ihrer Lebenslage befragt.
Die Studie gibt es in gedruckter Form kostenfrei bei der Arbeitslosenhilfe e.V. oder als PDF-Datei.
